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Fest der Völker – oder nur Brot und Spiele?

Sportliche Großereignisse haben immer auch etwas Politisches. Natürlich.
Und deshalb darf man sich nicht wundern, wenn sich Politiker berufen fühlen, etwas dazu sagen zu müssen.
Berufen? Es ist einfach nur ihr Job. Und die Medien? Die müssen ja auch etwas zu berichten haben. Möglichst viel Negatives. Denn Positives weckte höchstens gute Gefühle und Gedanken.
Und mit solcherlei läßt sich kein Staat machen. Zumindest nicht, wie sie ihn – gewaltig teilend sie nun einmal sind – tragen.

In Sotschi werden heuer die olympischen Winterspiel ausgetragen.In großen Teilen insbesondere der westlichen Welt – so meinungskonform sie im ‚Mainstream‘ nun einmal geschaltet ist – hat das austragende Land ‚keine gute Presse‘. Insbesondere ihr kantiger Präsident nicht. Dieser Putin! So frech war ein Führer dortzulande nach Brest-Litowsk nicht mehr. Sich erst einsetzen lassen und dann den Internationalisten unter den Oligarchen eine lange Nase drehen. Also wirklich, nein.

Und was haben wir seit langem nicht für Lästereien, Schmähungen, Anfeindungen auf den Bildschirm bekommen? Über Putin, Putin und – ach ja – Putin.
Der kritische Beobachter fragt sich unwillkürlich, wovon er wegschauen soll, wenn so penetrant mit dem Finger in eine Richtung gezeigt wird.
Was erfahren wir über dieses riesige Land, welches er regiert – und augenscheinlich gut.

Gut, wenn gut heißt, daß es den Menschen sukzessive besser geht. Allen Menschen, nicht einer kleinen Clique, die die Wodkadrossel Jelzin als Marionette wohlfeil hielt und sich das zerfallen(d)e Riesenreich unter den Nagel riß. Wir erfahren nur von strengeren Gesetzen, von der Unterdrückung fremder Meinungen, der Gleichschaltung der Medien und von einem Staatsoberhaupt, welches sich gegenüber den Plänen der westlichen Welt, wie sie sich die neue Ordnung des Globus vorstellt, störrisch zeigt. Letzteres ist vielleicht auch der Grund für die vorgenannten Unliebsamkeiten.

Der Bär klaut den Drohnen den Honig

Und nun erdreistet sich dieser Putin, olympische Spiele auszutragen und den „grundlosen russischen Boden“ (O-Ton Wehrmacht, Schlammperiode im Herbst 1941) herzurichten – mit 51 Mrd. US$ Investitionen. Das geht doch nicht! Doch es geht, auch wenn Herr Bogner regenbogenfarbene – das Camouflage der Nachfahren des Geschwaders Richthofen – Feldanzüge kreiert. Und es geht, obschon oder weil, die – spielverderbend und trotzig aufstampfenden – US-Systemlinge mit gefährlicher Zahnpasta drohen. Unserem Gauck(ler) hätte diese Harlekinmontur besser zu zerknautschem Gesichte gestanden – das Innere kehrt nach Außen – und kein Clown kann trauriger über sich selbst weinen, als der Verweigerer sportlichen Fair Plays. Ein Diplomat im Kanonenboot mit dem anderen Versager Hollande und der Killerdrohne Obama.

Derweil gesunde Sportler dieser Welt sich also in frischer Bergluft messen, spielen jene vom Schreibtisch mit  Joysticks, begehen klinisch reine Taten. Und reden unablässig vom Krieg, ohne es auszusprechen.

Sicherlich, die Russen sind nicht zimperlich mit Abweichlern. Und wer für Trassen und Stadien umgesiedelt werden muß, wird nicht lange gebeten. Wieder mußten für ein sportliches Ereignis hunderttausende Straßenhunde hinweggemetzelt werden. Hier geht es um globales Geschäftemachen, ein Milliardenereignis. Und Rußland hat hier Vieles vor. Es ist ein lebendiges Land und nicht so todkrank, wie seine Hauptkritiker im Westen. Wer da nicht spurt, ist im Wege.

Nur bitte: Wer kritisiert hier? Medien, die den Innehabern der echten Macht, die sie fütternde Hand beredt schmeichelnd oder (ver)schweigend Tag für Tag die Cowboy-Stiefel blankwichsen? Vertreter von Staaten und Systemen, die – ohne eine Wimper zu zucken – ganze Landstriche mit Giftschlamm vergiften, Regenwälder abholzen, DU-Munition verschießen? Bitte, wer kritisiert hier wen? Und vor allem: warum?

Liderliche Handlungen sollten hier nicht aufgerechnet werden (sonst auch mal gerne). Nur, die lange Lügennase ist inzwischen wirklich lang genug, als daß man an sie höchselbstens fassen kann – und sollte.

Kugel des Anstoßes

Teil des Römischen Reiches war irgendwann auch Griechenland und Kreta. Aber die Griechen haben verächtlich auf die verkommenen ‚Römer‘ herabgesehen, als diese in ihren Arenen keinen sportlichen, sondern nur noch blutigen Wettstreit betrieben und hunderttausende wilder Tiere sich gegenseitig oder Menschen zerreißen ließen – und umgekehrt…
Wie sollten wir aber grundsätzlich zu sportlichen Großereignissen stehen? Ist ihr eigentlicher Zweck wirklich nur die Ablenkung und Ruhigstellung der Massen? Panem et circenses?

Nun, selbst wenn es ihr Zweck ist, ist es nicht ein heiliges Mittel, mißbräuchliche Vorhaben umzukehren und gegen deren Planer einzusetzen?

Hat der werte Leser schon einmal  in die Gesichter der Sportler gesehen? Strahlen diese nicht Freude, Gesundheit, aber auch Eigensinn und Tatkraft aus? Und kommen zu so einer Olympiade nicht Sportler aus vielen Völkern der Erde, die sich in friedlichem Wettstreit begegnen?

Botschafter ihrer Individualität, aber auch der Herkunft und Kultur ihres Landes. Sieht man dort nicht Gemeinsamkeit und Unterschiedliches, ohne daß es scheidend sein muß?

Und diese Botschafter kehren heim und erzählen ihren Leuten Verbindendes und Unterscheidendes.

Was sie viel weniger denn je sind, ist aufhetzbar gegen „die anderen“. Sportler sind jeder Aufstachelung zum Haß als Voraussetzung der Unterdrückung und Führung von Kriegen entwachsen – und damit eben den Mächten entzogen, die in der Zerstörung ihr Heil suchen (und es doch für immer verloren haben).

In der Trilogie „Die Tribute von Panen“ werden zur Belustigung der bourgeoisen Plebs Spiele abgehalten, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft in mörderischem Wettstreit gegeneinander antreten. Doch irgendwann geraten diese Spiele aus dem unheiligen Plan: Einige fangen an sportlich zu denken und zu handeln. Und sie durchschauen den Ungeist der internationalistischen Veranstalter.

Doch: WIR sind diese bourgeoisen Plebs! Spielen wir also einfach mit den Gladiatoren und wilden Tieren mit! Auf den Rängen, dem Parkett und auf der Bühne des Lebens.

Und als erstes verzichten wir aktiv auf die Souffleusen und Souffleure.

Norwegen. Brütende Möwe im Hafen | Arne Fischer 2013

Rolle rückwärts! Eine kleine Philippika für die Familie

Wenn ich nocheinmal dieses „nur Mutter“ lese oder höre…. „Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist“, heißt’s so schön in Goethes Faust, Zweiter Teil.
Egal ob prominente Steuersünder oder „ganz bewußt!“ kinderlos gebliebene Karrierefrauen – von oberlehrerhaften Frankfurter-Schule-Jüngern ganz zu schweigen: Seit Jahrzehnten schwadronieren sie von „überkommenen Rollenbildern“, die nicht mehr zeitgemäß seien.  Dieses böse Bild von der Mutter und dem Vater, die ihrer Pflicht und Natur folgen und sich voller Hingabe einer neuen Generation widmen. Wohlgemerkt: sich selbst widmen, nicht es „dem Staat“ überantwortend.

Nur, sie irren. Denn Mutterschaft und Vaterschaft sind keine Rollen. Es sind Berufungen.
Es ist ein Ruf der Wildnis und ein Ruf der Zivilisation. Ein Kind, geborenes Zeugnis der Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, ja mehr noch: Ausdruck von Lebenswillen des Individuums, des neuen Bundes, einer Sippe und – viel unbewußter – von Stämmen und Völkern.

Es ist eine maßlose Frechheit der Postmoderne, daß sie den Menschen herauslöst aus dem Gesamtbild und der Ordnung der Schöpfung. Völlig selbstverständlich sehen wir im Frühjahr die Vöglein in nimmermüdem Fleiß sich balzen, ein Nest bauen, die Brut wärmen, schützen und nähren. Und so blödsinnig sind selbst die, die sonst so gerne modernes Zeugs nachplappern, nicht, daß sie satgen: Papavogel und Mamavogel machen Rollenspiele.
Aber bei dem Menschen, da soll es (nur) eine Rolle spielen? Nur, weil man sonst „ja nur seinen Job macht“ heißt das nicht, daß es keine Berufung, sondern nur Beliebigkeit gäbe.

Nachdem dieser dümmlich-schwatzhafte Zeitgeist es nicht vermochte, das Bild der Mutter durch Schimpflichkeiten wie „Heimchen am Herd“, etc. so nachhaltig zu schwächen, daß nun auch der letzte Dinosaurer erkannt hätte, daß der Drache Mahlzahn die beste Krippenwächterin wäre, ist es nunmehr der letzte Schrei, die Mutterschaft als Martyrium darzustellen, in welches die fertile Frau durch immerwährende Doppeltbelastungen durch Beruf und Familie gezwungen werde. Heklikoptereltern! heißt das Zauberwort und es entbehrt nicht einer gewissen Komik, daß der erste Helikopter von einer Frau geflogen und der Weltöffentlichkeit so eindrucksvoll vorgestellt wurde, daß diese dann reichliche 70 Jahre später ganz sicher ist, nun dieses ja zur Unzeit und deswegen gar nicht stattgefunden hat.

Hat sich die Frau, die sich in einen Mann derart verliebt, daß sie sich ein gemeinsames Kind mit ihm wünscht, noch mit der Vorstellung freudig angefreundet, dem Kind all ihre Nähe, Zärtlichkeit und gedeihliche Erziehung zu geben und sich dabei nicht von dem plärrenden „nur Hausfrau“ und „nur Mutter“ beirren lassen, droht die immer größer werdende Gemeinschaft derer, die es hinter sich hat, nicht will oder kann: Du bist abhängig! Du verlierst den Anschluß! Du alterst früher ob der Überbelastung!
Und dann wird noch auf die Vorgeneration gezeigt – mit nacktem, häßlichem Finger: Schau, diese Mütter haben auch nur verzichtet, gelitten, gedarbt!

Ja, diese Stimmen werden immer mehr – und sie sind lauter, denn sie stehen nicht an der Wiege und summen leise ein Schlaflied. Diese geifernden Stimmen sitzen nicht auf dem Boden und schauen gemeinsam mit dem Kind in langer Muße und mit viel liebevoller Weile ein Bilderbuch an. Diese keifenden Stimmen, in flitterhaft-bunten Fernsehstudios oder in internationalistisch-zersetzenden Yellow Press Schmierenblättern, übertönen das Knirschen der Räder des Kinderwagens, geschoben von der Mutter bei Wind und Wetter, dem Kind Begegnung mit vielfältigsten Sinneseindrücken vermittelnd.

Sinneseindrücke einer Welt der Äußerlichkeit, die in ihrer Agonie das neue Leben nicht mit Liebe bedenkt und das, was Leben schenkt, in ursächlichem Selbsthaß verfemt.

Was wir brauchen sind Mütter! Und es gibt kaum eine anspruchsvollere Berufung als die, einen Menschen ins Leben zu führen. Gesund an Körper und Seele, mit Freiheitssinn und Selbstbewußtsein, mit hoher Bildung und Mutterwitz. Mit Verlaub, diese Aufgabe zu erfüllen ist mit Sicherheit eine größere Herausforderung und endlos anspruchsvoller als alles das, was uns als Musterkarrieren aufgezeigt wird.
Wenn die Mutter sich dem vollends widmet. Widmen kann. Und wenn ihr die Gesellschaft nicht fortwährend ins Handwerk pfuscht oder ihr heimtückische Knüppel zwischen die Beine wirft.

Und: Was wir brauchen, sind Männer! Also, so richtige Kerle. Die, die zu ihrer Verantwortung stehen. Die, die ihrer Familie, den Müttern ihrer Kinder, den Rücken frei halten. Sie stärken, sie unterstützen.
Also so ziemlich das krasse Gegenteil von Typen, die nicht erwachsen werden (häufig ein typisches Ergebnis mutterarmer Kindheit), Abends am PC Computerspiele spielen – den Schirm der Basball Cap nach hinten gedreht – während die Frau den Kindern eine gesunde Quarkspeise zubereitet. Männer, die sich in die Pflicht nehmen, die Kinder in die Welt führen, gemeinsam mit der Frau und auch mal ohne sie, damit sie Zeit für sich, zur Regeneration(!) und Erkenntnis anderer Horizonte hat.
Gestandene Männer. Fleißig, arbeitssam, selbstlos und wenn’s drauf ankommt, entwickelte Persönlichkeiten für die Gefährtin und sorgende Väter den Kindern.

Achtung Kinder! (Norwegen, '13) | Arne Fischer

Achtung Kinder! (Norwegen, ’13) | Arne Fischer

Der Beginn der großartigsten Karrieren, die eine Frau und ein Mann machen kann, ist die Gründung einer Familie. Die Karriereleiter führt zu dem Baumhaus, welches der Vater mit den Kindern gezimmert hat und für das die Mutter mit den Kindern die Einrichtung erdenkt und erwirkt. Der Höhepunkt der Karriere ist es dann, wenn die Tochter den Zopf in den Nacken wirft, der Sohn den Knotenstock in die Faust nimmt und beide selbstbewußt und gut gerüstet das Elternhaus verlassen, und als Persönlichkeit in ihr eigenes Leben gehen.
Alles andere Beiwerk darf dem zuträglich gewesen sein. Ist es Selbstzweck, ist es Tod.