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Lügenpresse – und deren Metakommunikation mit dem erwachenden Bürgersinn

Ist es abendländisch, wenn man sich auf eine orientalische Niederschrift beruft? Wir wollen es hier tun und vermuten, daß es doch eine ganze Menge Gerechter gibt, die in dem Sodom und Gomorra des medialen Mainstream dem gesellschaftlichen Suizid entgegentreten.
Nicht jeder hat die charakterliche Festigkeit, als Whistleblower dem sozialen Freitod ins kalte Auge zu blicken und so spielen diese „Gerechten“ den Harlekin, indem sie ihre Herren zum Narren halten.
Wie sonst ließe sich erklären, was seit reichlich anderthalb Jahren aus den Redaktionsstuben der Monopolmedien in die Presse und den Äther geht?

Der aufgeklärte, oder zumindest kritische, Bürger ist ja schon länger so einiges gewohnt. Nicht von ungefähr wurde schon in den späten 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts das Wort „Lügenpresse“ mit einigem Sarkasmus aus dem Giftschrank der Unwörter geholt.
Aber spätestens seit dem Fest der Völker in Sotchi sind sie außer Rand und Band. Diese Monopolmedien.
Vorausgegangen waren die Niederringung eines Großteils der offeneren islamischen Staaten und Nationen und deren Versinken in Chaos, Tod und Zerstörung.
Vorausgegangen war, daß Rußlands Führung nicht mehr nur mahnend die Hand erhob, sondern ein Sakrileg beging und dem wichtigsten Whistleblower der letzten Jahre Asyl gewährte. Snowden.
Vorausgegangen war die größte konfrontative Kriegsflottenkonzentration im östlichen Mittelmeer, seit dem Zweiten Weltkrieg. Es roch nach Pulver. Plutonium ist geruchlos.
Vorausgegangen war der Aufbau und die Installation verrückter religiöser Fanatiker in den vorher verheerten Ländern und Seelen.
Vorangegangen war der Clash zweier Flugzeuge in die Säulenheiligen der Civilization – und das seit dem ein wildgewordenes, weltumspannendes System – von offensichtlich wie –kundig wahnsinnig gewordenen – ökologische, ökonomische und bellizistische Fackeln in alle Ecken des Globus wirft.
Wir nennen dieses „Es“ den Globalismus.

Zum Glück hat ein erheblicher Teil der westlichen Zivilisationen, die tumbes Werkzeug dieses Wahnsinns zu sein bestimmt war, die wichtigsten Essenzen aus sämtlichen Umerziehungsprogrammen gezogen und den ganzen anderen Re-education Mist, in seiner grotesk-strukturellen Krudität, vergessen oder rechtzeitig über Bord geworfen.
Die wichtigste Essenz war in den Köpfen: Krieg ist doof. Herrscher sind nicht immer gut. Und trau keinem Wolf, dessen Stimme weich klingt. Die Re-education Umerzieher haben es lehrerhaft vorgemacht: Sie haben solange ihre eigene Kreide gefressen, bis sie so verkalkt waren, daß sie ihren verzapften Unfug für reinen Wein hielten. Danach war alles nur noch Posse.
Und die Bürger begannen es langsam zu durchschauen.
In dieser Gemengelage faßten sich Journalisten und sogar einige Redakteure ein Herz (wenn auch nicht Mut) und weckten in maßlosen Übertreibungen, abstrusester Hetze, frechsten Lügen und albernsten Verdrehungen das schwelende Mißtrauen der kritischen Geister der Bürgerschaften.
Umerzogene Gesellschaften gebaren nun in erquickender Fertilität ungezogene Protestbewegungen. Kaum war die eine geboren, da reagierte das System sattsam und zerschlug sie durch Agents Provocateurs oder in Spaltung geschulte Sendlinge.
Doch während die eine noch in Agonie lang – zack! – war die nächste da. Die  Bürger begannen, völlig unbewußt und völlig zurecht, Hase und Igel mit dem System zu Spielen.

Und die, die es mit der verderbenbringenden Propaganda zu weit getrieben hatten, waren es, die den Menschen gezeigt hatten, wie der Hase läuft.
Dieser Dienst, den diese Journalisten und Redakteure damit dem Frieden und der Freiheit geleistet haben, ist nicht hoch genug zu bewerten.
Und seit anderthalb Jahren scheint man sich gegenseitig zu verstehen.
In einer Art Metakommunikation beschimpfen die Widerständler in den Monopolmedien immer wüster die Bürger und machen ihre Sorgen lächerlich. Der feine Bürgersinn greift genau das auf und bringt die Verkehrung wieder in Ordnung, gefüttert mit allen Essenzen, die Volkeszorn dienstbar sind.
Und der Widerstand der kritischen Bürger ist die metakommunikative Antwort: Ja, liebe Agenten der Wahrheit, eure Provokation ist verstanden. Weiter so!
So geht das Ping-Pong der Aufwühlungen hin und her. Auf der Strecke bleibt die Auflage und Einschaltquote. Gewonnen ist das „Auf die Straße!“ des Teils der Bürger, der in der Lage ist, die anderen mitzureißen.
Es ist anzunehmen, daß immer mehr Medienleute ihr „verlorenes Gewissen“ wiederentdecken und in die antiaufklärerische Hetze einstimmen, zur Erzeugung jener kognitiven Dissonanzen, die die Gesellschaften umschwingt und solche Resonanzen entwickelt, die das Bahnsteigkartenhaus zum Einsturz bringen werden, in dem der konsumierende Sklave der Monopolmedien gefangen gehalten bleiben soll.
Spätestens, als die Lügenpresse das Wort Lügenpresse zum Unwort des Jahres ernannte, und die Lügenpresse dieses überschwänglich feierte, war das nächste Rauchzeichen gegeben: Wir verstehen uns.