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Prism, Tempora und der MIC

Nicht zuletzt seit Schirrmachers „Ego“ wissen wir, daß das Militär die ideologischen und praktischen Grundlagen schuf, mit denen den Menschen eine besser identifizierbare und analysierbare Identität zugemessen wurde. Mit dem erweiterten Ziel, daß er sich künftig bitte immer besser in der Weise „verhalten“ möge, daß die ihn verstehenden Werkzeuge, Algorithmen und deren Abfragen, ihn auch besser lenkbar machen sollten. Der Mensch soll, um es mit Goethe zu sagen „katechisiert und in spanische Stiefel eingeschnürt“ (Faust I) werden.

Wir wissen auch, daß seit 20 Jahren ein Personaltransfer aus den einschlägigen Behörden und dem Militär in diejenigen Unternehmen stattfand, die seitdem außerordentlich virtuos in der Findung ebendieser Algorithmen und schlauen Abfragen sind. Und es ist sicher kein Zufall, daß solche Unternehmen A-Lieferanten für Prism und Konsorten sind. Und sicher ist es dabei auch kein Zufall, daß diese A-Lieferanten zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehören.
Systemrelevanz macht ein Stück weit unangreifbar; das gilt nicht nur für Banken. Und Unangreifbarkeit schafft Vertrauen der ‚Märkte‘. Und wenn die Märkte vertrauen, dann fließt Geld. Clevere Programmierer sind teuer. Lieb und teuer sind diesem System aber vor allem die, die sich die Spiele ausdenken. Das sind explizite Kenner der menschlichen Psyche, Milieutheoretiker und Behaviouristen par exellance.
Aber der ROI (Rückfluß der Investition) ist umso vielversprechender: Eine Menschheit, die investiert und konsumiert for instant satisfaction, dem sofortigen Lustgewinn und der die Auseinandersetzung und Langwierigkeit nur arge Unlust beschert. Mithin Menschen, die von sich selbst entfremdet werden, deren digitale Identität die natürliche Persönlichkeit überlagert. Das freudsche Ich wird so zum Egomanen und trachtet das Über-Ich zu morden, das Es zu unterdrücken. Aus dem Stande des freien Bauern werden Tagelöhner, „Pawns in the Game“.

Aber der Personaltransfer geht auch andersherum: Inzwischen finden Manager und Programmierer aus den systemrelevanten Internetfirmen Anstellung bei CIA, NSA und Konsorten.
Der aufgeklärte Bürger ist es gewohnt, der Regierung und deren Behörden skeptisch gegenüberzustehen. Grundrechte in den Verfassungen werden zuvorderst als Verteidigungsrechte des Bürgers gegen den Staat verstanden. Freiheit definiert sich auch in einer unbevormundeten Entfaltung der Wirtschaft. So läßt es sich auch erklären, daß die Menschen und ihre Unternehmungen die ihnen zur Verfügung gestellten Werkzeuge, besser: Spielzeuge der  Spieltheoretiker, virtuos und äußerst unkritisch, geradezu naiv, nutzen. Man gibt sich preis, spreizt und exhibiert sich auf allen Ebenen des Es. Und das Über-Ich nutzt die Social-Media Plattformen, um sein Mißgefallen am System zu artikulieren, ja gar um den Widerstand zu organisieren.
Und wir alle verkennen dabei, daß wir es – in all seiner Vieldeutigkeit – in der Höhle des Löwen tun.

Der Totalitarismus machte sich schon immer die Wirtschaft dienstbar. Und umgekehrt. Aber erst der Liberalismus war bereit und in der Lage, auch den Freien Kaufmann insofern zu kaufen, als er die persönliche Freiheit des Konsums als entscheidend anerkannte. Und: diesen Konsumismus über die Werte von Anstand und Ehrbarkeit zu stellen bereit war. Die Vereinzelung des Einzelwesens paarte sich verlockend mit der Vermassung der Konsumenten.

Vor reichlich 50 Jahren warnte der scheidende US-Präsident Eisenhower in seiner Abschiedsrede: „Wir in den Regierungsräten müssen uns vor unbefugtem Einfluss — beabsichtigt oder unbeabsichtigt — durch den militärisch-industriellen Komplex schützen. Das Potential für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können.“

Dieser military-industrial complex (MIC) ist es, der seine Waffenarsenale seither in gigantischem Ausmaß erweitert hat. Und zur Anwendung brachte.
Die Kriege, die seither durch den MIC lanciert und geführt wurden, haben Millionen Menschen hinweggerafft, ganze Regionen chemisch und nuklear verseucht. Und sie haben eine kleine, verbrecherische Clique gleichzeitig immer reicher gemacht. Und diese Gruppe hat Chuzpe: denn sie investiert ihr Erschlichenes ausnehmend intelligent.

Diese Herrschaften sind dermaßen reich, daß sie die (künstliche?) Bipolarität der Welt für etwas viel Lukrativeres aufzugeben wagen konnten: Den Krieg gegen die gesamte Menschheit.
Denn zu was anderem sind Waffen, sind Militär da, als Krieg zu führen? Ob Angriffs- und Verteidigungskrieg bleibe zunächst dahingestellt. Wer Angst vor dem Erwachen der Klasse der Unterdrückten hat, verteidigt sich einfach durch Präventivschläge. Gründe finden sich immer. So oder so.
Verdeutlichen wir uns an dieser Stelle erneut, was mit dem Ende des Kalten Krieges passierte: Aus dem Militär wanderten Heerscharen von IT-Spezialisten aus den Streitkräften ab und fanden hochbezahlte Anstellung in IT-Unternehmungen. Und es transferierten gleichzeitig zugweise die Truppen der Spieltheoretiker in die Finanzwirtschaft und weiter zu den Internetfirmen. Andere wiederum wechselten aus den Stäben von Streitkräften und Geheimdiensten in die Think Tanks CFR, PNAC, RAND, usw.

Wer in Waffen zu denken lernte, bleibt im Kopf ewig kaserniert. Philantropie wird so zur Antipode des, im Sandkastenspiel er- und durchdachten, psychological warfare. Ein „draußen, in der freien Wirtschaft“ gibt es nicht. Diese Wirtschaft ist Teil des militärisch-industriellen Komplexes. Ziel: Machterhalt und deren Mehrung.
Und so, wie das Militär – als verselbstständigtes Spielzeug der Mächtigen – fortlaufend im „Feldtest“ die Tauglichkeit der Waffen prüfen und dräuend zeigen muß, so sind auch die neuen Waffen des MIC – wie Massensteuerung, -manipulation und Regimewechsel – einzusetzen und zu prüfen.
Nur sind es nicht mehr Massenvernichtungswaffen, sondern Vermassungswaffen – der Beitrag, des Liberalismus zum Arsenal.

Man darf nicht vergessen, daß die Spieler zwar kein inniges Verhältnis zur Schöpfung haben, aber rein kognitiv Erkenntnis gewannen, daß hochentwickelte Lebewesen sich im Spiel weiterentwickeln und konditionieren. Der Schritt zum spielerischen Umgang mit dem Spieltrieb war dann nur konsequent und logisch. Die Stärke dieses, unser Leben in allen Bereichen durchdringenden, Systems ist seine Neugierde und Lernfreudigkeit. Es will, es muß lernen. Lernen und Verstehen ist das Lebenselixier der Spieltheorie. Nur so gespeist kann die Synthese gelingen. Die Synthese aber ist die vollständig manipulierbare, von der natürlichen entfremdete Digitale Identität der Spielfiguren, mithin: Wir.

Nochmal: Die Spieler, daß sind sie. Graue Herren.
Die Spielfiguren, zu denen machen sie uns. Vermittels der Digitalen Identität, die wir uns aneignen und zu der wir letztlich werden sollen. Android.

Zu diesem Prozess des Lernens gehört der Einsatz von Regimechange- und Vermassungswaffen in neuartigen Stellvertreterkriegen.
Gerhard Baum schrieb hierzu: „Anders, als viele meinen, sind auch die Menschenrechtsverteidiger der Gefahr des Internets ausgesetzt. Sie werden durch neue Netztechnologien überwacht, etwa, wenn sie das Internet wie in Ägypten zur Förderung von Freiheitsbewegungen nutzen. Die dazu notwendigen Technologien werden von Firmen in westlichen Ländern ohne Hemmungen geliefert. Es sind digitale Waffen. Und sie gehören kontrolliert wie herkömmliche Waffen. Das Internet trägt zur Meinungsfreiheit bei, und Despoten fürchten es, aber diese haben längst Gegenmaßnahmen entwickelt.“ (F.A.Z. vom 19.6., Feuilleton)

Aus den Nachrichten dieser Tage, daß  das Internet vollständig(!) – in Social Media, Email-Verkehr, Telekommunikation, Suchmaschinenaufrufen, usw. – von staatlichen Behörden durchforstet und überwacht werde, erwuchs große Empörung. Weltweit.
Es ist aber keineswegs weniger schlimm, wenn ’nur‘ privatwirtschaftliche Organisationen lesen, lernen und manipulieren. Denn in einem totalitären Liberalismus gibt es keine Trennung von Wirtschaft und Staat. Hochfinanz, (IT-)Industrie und Militär sind es, die die Geschicke lenken und die Politmarionetten handhaben. Es sind Seiten ein und derselben Pyramide.
Diese Verbündeten sind, diese Allianz ist global. Und sie ist dabei, territorial, gesellschaftlich und wirtschaftlich alle natürlichen und ideologischen Feinde zu beseitigen.

Ihre Feinde sind Familie, Gemeinsinn, Solidarität und streitbare Friedfertigkeit. Und nicht zuletzt die unveräußerliche Freiheit, die uns mit der Geburt gegeben ist und deren Speisung Natürlichkeit und Schöpfung ist. Der Mensch als Homo Soziolgikus ist mithin gefordert, sich zu empören und zu widerstehen – zeigend, ihr pyramidoles Spiel ist auf Sand gebaut.

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Offenlegung aller Selektoren!

Original NSA Web-Anzeige zur Rekrutierung von Personal

Original NSA Web-Anzeige zur Rekrutierung von Personal

Zur Zeit findet ein Eiertanz der Hofschranzen statt: Wer soll die BND/NSA-Selektoren wo und wie sichten und wer soll sie auswerten? Die Bundesregierung möchte es am liebsten komplett selbst in die Hand nehmen: Man bestellt eine honorige Persönlichkeit, die das erledigt und das Ergebnis – unter Ausschluß jeder Öffentlichkeit – im Giftschrank der Demokratierudimente vergilben läßt. Der klägliche Rest im Bundestag fordert – mehr oder weniger – Einsicht durch einen, natürlich unter Ausschluß der Öffentlichkeit arbeitenden – Ausschuß.

Wir fordern unmißverständlich und klar: Die NSA-Selektoren sind ohne Wenn und Aber offen zu legen! Wenn Big Brother dazu nicht bereit ist – dies steht natürlich zu erwarten – ist es ein Akt der Souveränität Deutschlands, zumindest alle Selektoren, die der BND in die Algorithmen eingespeist hat, uneingeschränkt offen zu legen.

Und damit keine Zweifel aufkommen: Der Souverän ist hierbei nicht die Bundesregierung, das Parteienparlament und schon gar nicht Räte und Ausschüße, die im Halbdunklen oder Dunklen tagen.
Der Souverän ist das Volk!

Gegen- und Scheinargumente, die Selektoren seien Relevant für die Sicherheit Deutschlands und seiner Bündnispartner, sind lächerlich.
Wer das gesamte Internet mit hunderttausenden(!) Schlüsselworten komplett überwacht, führt ganz Anderes im Schilde: Es geht um die vollständige Durchleuchtung artikulierten Empfindens und Denkens aller(!) Individuen und Gemeinschaften, in denen sie sich bewegen. Es geht um alle Bevölkerungen. Wenn die Algorithmen verstehen, wie die Interaktionen zwischen den Menschen laufen, wenn Stimmungen herausgelesen werden, dann wird es den Herrschenden ein Leichtes sein, seine Herrschaftsausübungs- und Sicherungsinstrumente zielgerecht, gleichsam ins Schwarze, einzusetzen und die völlige Manipulierbarkeit der Individuen und Gruppen herzustellen. Auf Knopfdruck!

Global agierende Hedgefonds saugen schon seit etlichen Jahren Daten aus Facebook, Twitter, Google und Co. – mit diesen Schnittstellen läßt sich dort gutes Geld verdienen – und Hochfrequenzsysteme richten Ihr Anlageverhalten vollautomatisch an den momentanen Stimmungen des Populus (vul. Pöbels).
Ein Narr, wer meint, da ist noch niemand auf die Idee gekommen, das „Konsumverhalten“ ein wenig zu manipulieren. Schlagen wir die Zeitung auf, knipsen das Telescreen an: Jede verdammte Seite, jeder Beitrag ist Manipulation – auf High End Niveau.

Die NSA ist seit einigen Jahren mit Abstand der größte Akquisiteur von Mathematikern. In jedem Fall gilt sie als der größte Arbeitgeber von Mathematikern in den USA, wahrscheinlich sogar weltweit.
Man fischt sogar die Bestbegabtesten von der Finanzindustrie – und die zahlen richtig gut – weg. Oder man setzt sie dort als Nerd-Trojaner-Chimäre ein,

Apropos: Mit verschrobenen Leuten kann man natürlich ziemlich viel anstellen. Noch besser allerdings, wenn man gleich Vertreter des Subjektes der Analyse und Manipulation im Hause hat – mithin imperiales und geheimdienstliches Mittel aller Zeiten.
Die NSA sucht also bevorzugt besonders akzentuierten Menschen, z.B.

„Special Emphasis Programs are currently in place and are executed with the help of the following Employee Resources Groups (ERGs):
  • African American
  • American Indian/Alaska Native
  • American Veteran
  • Asian American/Pacific Islander
  • Hispanic/Latino
  • Islamic Cultural
  • Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender & Allies
  • People with Disabilities
  • Women“       Originallink zur relativen NSA-Seite

Wer also meint, die NSA hält alle Transen für potentielle Terroristen, weil diese manchmal einen schwarzen Vollbart haben, hat Wurst zwischen den Ohren. Es geht um die Manipulation der Gesellschaften, Zerstörung stabiler Gemeinschaften und Beförderung alles dessen, was der Vereinzelung des Menschen, bei seiner gleichzeitigen Vermassung förderlich ist.

Denn der Mensch ist dann manipulierbar (= optimiert), wenn er seiner Natur entfremdet, seiner Freiheit beraubt und seines Freiheitsgeistes entäußert ist.

WIE die das machen wollen steht in den Selektoren!
Der Widerstand fängt dort an, wo wir uns nicht auf einer virtuellen Rampe selektieren lassen, sondern den – viel zu weit fortgeschrittenen Anfängen – wehren.