Um Worte läßt sich trefflich streiten. Um Worte ein System bereiten. Aber ein Begriff muß bei dem Worte sein.

Dieses ist meine Internetseite. Sie haben kein Recht, daß ich „in Worten krame“ wie Sie. Ich tu’s auf meine Weise. Aber natürlich will ich verstanden sein oder zumindest werden. Und der Diskurs ist ebenfalls befriedigender, wenn Sie wissen, was ich meine. Daher an dieser Stelle einige Definitionen grundlegender Begriffe. Meine Definitionen.

Bürger
Menschen einer Nation. Der Bürger bekennt sich in Wort und Tat zur schicksalhaften Gemeinschaft und nimmt an ihrer Gegenwart und ihrem Zukunftswillen Anteil. Seine Anteilnahme schließt deren wehrhaften Schutz ein. Die Erfüllung seiner Bürgerpflichten rechtfertigt auch seine Bürgerrechte. Der Bürger hat das Recht, von der staatlichen Ordnung, wie von den anderen Bürgern geschützt zu werden. Dazu gehört explizit auch der Schutz vor Ausbeutung.
Für den Bürger, gelten die allgemeinen Bürger- und Menschenrechten, welcher Nichtbürger jedoch ohne Gegenleistung versichert sind. Das ist nicht nur aus Philantropie akzeptabel.

Eltern
Pe se und axiomatisch Vater und Mutter. Das ist bei allen Geschöpfen, die Vater und Mutter haben so. Das sind die Eltern. Durch Vereinigung von Gameten entsteht ein neuer, von der Natur einzigartig gedachter Genpool.
Diese von den meisten  Menschen im Praktizieren als schönster Akt empfundene Schöpfung ist somit gleichzeitig der erhabendste Vorgang schlechthin. Aus der liebenden Vereinigung zweier Menschen entsteht etwas ganz neues. Und dieses ganz Neue hat doch seine bindende Beziehung zu der Welt aus der das Kind wird: Seine Eltern.

Europa
Wurmfortsatz Asiens. Ein Subkontinent. Gemeinsam mit Asien ist es Eurasien. Findet im Osten seine Grenze im Ural, im Norden am Polarkreis, im Westen am Atlantik, im Süden im Mittelmeer. Die Völker Europas haben in der Menschheitsgeschichte erstaunliche Großreiche geschaffen, mit denen sich sich selbst, gegenseitig und außereuropäische Volker bekriegten, unterdrückten und vernichteten. Dieses durchaus nicht singuläre Phänomen zeichnet sich indessen durch seine nachhaltige Kontinuität aus. Wohl auf keinem anderen Kontinent haben die Menschen über 2.500 Jahre fortwährende Reichsbildung betrieben. Auf einige Ausprägungen des europäischen Sendungsbewußtseins hätte die Welt sicher gern verzichtet – und tut es zuweilen noch heute. Einige Staaten innerhalb Europas haben zur Zeit eine gemeinsame Währung.
Der Europagedanke beruht u.a. auf den Erfahrungen der fortgesetzten, meist blutigen Auseinandersetzungen der europäischen Völker untereinander. War Europa in der Vergangenheit durch die jeweiligen Herrscherhäuser verbunden und verbandelt – was diese nicht von der gegenseitigen Zerfleischung ihrer Völker abhielt, so war es eine die Sehnsucht der ideellen Väter der europäischen Einigung, durch das Verweben der Völker, deren Befreundung, solche Blut- und Schlammschlachten künftig zu verhindern. Nach zuletzt furchtbaren Angriffskriegen (Jugoslawienkrieg 1998 ff.) hat sich der europäische Einigungsgedanke stark ökonomisiert.

Frieden
Einklang mit der Natur. Bejahung des Lebens und dessen natürlichen Endes mit dem Tode.
Abwesenheit von Krieg. Anerkenntnis und daher ermöglichte Unterdrückung des Schlechten und Bösen.

Heimat
Heimat ist kein Ort – Heimat ist ein Gefühl (H. Grönemeyer)
Das Gefühl kann sich dabei durchaus an einem Ort beheimatet fühlen. Dies ist sogar die Regel: Mensch und Tier verbinden Heimat zumeist mit erlebten (Sinnes-)Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen der Kindheit und frühen Jugend. Das Heimatgefühl ist umso stärker, wenn es mit Wohlbefinden und Geborgenheit genährt ward. Negative Fährnisse außerhalb heimatlicher Gefilde können das positive Heimatgefühl ebenfalls stärken, oder einfach die – intellektuell wertfrei besehene – Andersartigkeit von Nichtheimat. Der Idealist kann sich eine andere Heimat erdenken, dann verläßt diese jedoch die Gefühlsebene. Ein überzogenes Heimatgefühl gibt es ebensowenig, wie überzogene Liebe. Der eine ist eben stärkerer Emotionen fähig als der andere, oder ein Mangel an emotionaler Befriedigung an der einen Stelle führt zu umso größerem Sehnsuchtsgefühl an der anderen.

Kapitalismus
Die ökonomisierte Welt, in der die Arbeitenden tatsächlich glauben, daß die Inhaber von Kapital (egal ob soll oder haben) jene sind, die das Recht zu größerer Mehrung ihres Wohlstandes haben, da sie „das ganze Risiko tragen“.  Die Welt, in der kreativer Geist und schaffende Tat, lebenslange Loyalität, der Einsatz für die Kollegen, den Kunden, Lieferanten und Chef, weniger Wert sind, als die Bereitstellung von Schuldgeld / Kapital. Der Kapitalismus hat mächtige Verbündete. Nationalisten und Kommunisten fördern den Kapitalismus nach Kräften. Aus ganz dialektischen und materialistischen Gründen.
Es gibt auch Träger von Kapitalrisiko, die sich nicht als Kapitalisten gebärden und unter ihnen gibt es sogar solche, die keine sind.

Kommunismus
Die Ideologie von der erzwungenen Gleichheit aller Menschen, mit Ausnahme derer, die gleicher sind als die Gleichen. (siehe auch Nationalismus) Der Kommunismus manifestiert sich als logisches, gesetzmäßiges Ergebnis verschiedener Entwicklungsstufen menschlicher Gesellschaft, insbesondere aber der wichtigsten und bedingendsten Vorstufe: dem Kapitalismus. Erst, wenn dieser sich zu seiner vollen Pracht entfaltet, kann der Sozialismus entstehen, der lose Satellitenkommunismus. Das führt dazu, daß Kommunisten den Kapitalismus nie wirklich bis in die Grundfesten bekämpfen, bevor er dialektisch nicht voll ausgeprägt. Die lieben den Kapitalismus als ihren Wegbegleiter und -bereiter. Bei den Gleicheren ist das Ganze sogar noch eine deutliche Spur hedonistischer. Kommunisten bekämpfen auch häufig Sozialdemokraten, da diese immerfort den Kapitalismus ausbremsen und damit die Genesis der kommunistischen Internationale hinauszögern. Kommunisten sind außerordentlich unschöpferisch, passiv und unkreativ. Es tut Ihnen nicht weh, Ungerechtigkeit zu sehen, die Zerstörung und Unterdrückung. Eher entlockt es ihnen ein jauchzendes: „Mehr!“ Denn sie sehen das als Brandbeschleuniger zum Verderben der bürgerlichen Ordnungen. Beispielsweise wußten die Kommunisten, daß die Kapitalisten darauf hinwirkten, die Frauen auch an die Maschine zu bekommen. Der Doppelgewinn, die Schaffung von Lohnkonkurrenz und Zwang zu doppeltem Einkommen der Arbeiterfamilien, war dem Kapitalisten recht – dem Kommunisten war es billig:

„Aber ihr Kommunisten wollt die Weibergemeinschaft einführen, schreit uns die ganze Bourgeoisie im Chor entgegen. Der Bourgeois sieht in seiner Frau ein bloßes Produktionsinstrument. Er hört, daß die  Produktionsinstrumente gemeinschaftlich ausgebeutet werden sollen, und kann sich natürlich nichts anderes denken, als daß das Los der Gemeinschaftlichkeit die Weiber gleichfalls treffen wird. Er ahnt nicht, daß es sich eben darum handelt, die Stellung der Weiber als bloßer Produktionsinstrumente aufzuheben. Übrigens ist nichts lächerlicher als das hochmoralische Entsetzen unsrer Bourgeois über die angebliche offizielle Weibergemeinschaft der Kommunisten. Die Kommunisten brauchen die Weibergemeinschaft nicht einzuführen, sie hat fast immer existiert. Unsre Bourgeois, nicht zufrieden damit, daß ihnen die Weiber und Tochter ihrer Proletarier zur Verfügung stehen, von der offiziellen Prostitution gar nicht zu sprechen, finden ein Hauptvergnügen darin, ihre Ehefrauen wechselseitig zu verführen. Die bürgerliche Ehe ist in Wirklichkeit die Gemeinschaft der Ehefrauen. Man könnte höchstens den Kommunisten vorwerfen, daß sie an Stelle einer heuchlerisch versteckten eine offizielle, offenherzige Weibergemeinschaft einführen wollten. Es verstellt sich übrigens von selbst, daß mit Aufhebung der jetzigen Produktionsverhältnisse auch die aus ihnen hervorgehende Weibergemeinschaft, d. h. die offizielle und nichtoffizielle Prostitution, verschwindet.“ (Karl Marx, Friedrich Engels: Das Kommunistische Manifest, 1847/1848)

Die Frau ist nicht frei? Gut, so werfen wir sie vollends in die Gosse? Dem Kommunisten kann es gleich sein, geht sie diesen Weg doch nur voraus. Ihr Opfer wird das aller gleichen sein. Ausgenommen – klar – die Gleicheren.
Der Kommunismus ist wie der Nationalismus ekelerregend. Seine manifestierte Ideologie, wie seine real existierte Geschichte. Noch schlimmer seine geistigen Väter und Erben, die nicht selten Nationalisten und Kommunisten zugleich, und Urheber großen Unglücks waren und sind.

Krieg
Abtöten und Bekämpfen von Friedfertigkeit von außen nach innen und von innen nach außen.

Nation
Die bewußte Gemeinschaft von Menschen, einander gesellt auf heimatlichem Grund und deren Glieder, wie Einzelwesen die gemeinsame Herkunft und Sprache für sich annehmen und schicksalhaft bejahen.
Als kollektiv verteidigt eine Nation ihr Recht auf Integrität nach außen und fordert Identität nach innen ein.

Nationalismus
Der Antagonismus von Nation. Als Verneinungsideologie erhöht der Nationalismus die einen Nationen über andere oder spricht anderen Gemeinschaften die Nationalität ab. Dabei muß der Nationalist nicht bedingt die eigene Nation überhöhen. Dienerhafte Kreaturen und Heloten, sowie Heimatlose und (Selbst)Verstoßene können auch andere Nationen überhöhen. Dieses kommt zuweilen in Religionen vor. Der Nationalist misst der überhöhten Nation das Recht zu, andere Menschen zu beherrschen, zu töten oder versklaven. Das Recht hierzu wird dabei aus einer fabulierten Überlegenheit oder einem göttlichem Auftrag ableitet. Nationalökonomisten legitimieren ihre Negativität außerdem „Recht des Stärkeren“. Stärker heißt in diesem Zusammenhang, daß ihre betrügerischen Mittel des Land-, Ressourcen- und Menschenraubes die brutaleren waren. Die Freundlichkeit und Friedlichkeit der Niederen ist dem Nationalisten aller Couleur nichts als dumme Naivität, die lebensrechtverwirkend ist und die überhöhte Nation noch höher erhebt. So gesehen ist der Nationalismus eines der ärgsten Übel der Menschheit und Schöpfung.

Natur
„Stünd ich, Natur, vor dir ein Mann allein,
Da wars der Mühe wert, ein Mensch zu sein!“ (JWG, Faust II)
Natur ist verstanden als Naturgesetze der Mathematik, Physik und Chemie. Aus, mit und trotz diesen Gesetzen geriet die Schöpfung. Der Kosmos, die Gestirne, das Leben auf unserm Erdenrund und anderswo. Überall ist Natur und Natur ist Leben. Was das Leben bejaht muß die Natur bejahen, wie das Kind die Mutter. Wie alles hat auch die Natur, der Kosmos einen Gegepool. Diesen finden wir im Chaos, dem Vater des Todes. Beides gehört zusammen, von unsichtbarer Kraft geschaffen.

Volk
Menschen gleicher Herkunft, die eine gemeinsame Sprache entwickelten, in der sich die Besonderheit von Werdung, Schicksal und Art dieser Menschen spiegelt und wo die Sprache gleichzeitig das Fühlen und Denken des Volkes als organisches System formt und verändert. Ein Volk ist die unbewußte, nach außen formlose Gestalt, aus der eine Nation werden kann. Dieses ist aber nicht zwingende, gesetzmäßige Notwendigkeit.