Strassenkampf-702x336[1]

Mach Mout, Germany!

Qatar braucht 200, Saudi Arabien sieht einen Bedarf von 600-800. Die Rede ist nicht von neuen Lederhäubchen für Falken oder Türschlösser für’s Serail. Es geht um Kampfpanzer. Und zwar nicht irgendwelche, sondern den Leopard 2 PSO/2A7+. Und jetzt bitte auf der Zunge zergehen lassen, wofür „PSO“ steht (2A7 ist eine schnöde Variantenbezeichnung). Der Name ist, als wäre er in Teamwork von Minilieb und Miniwahr* geschöpft worden: Peace Support Operations.

Nochmal: Wir reden hier von einem Kampfpanzer, nicht von einem Konzert Daniel Barenboims in Ramallah, in dessen Orchester Palästinenser und Israelis gemeinsam musizieren.
Ein Leo 2 PSO ist für sogenannte MOUT-Einsätze vorgesehen. Military Operations in Urban Terrain heißt das ausgeschrieben. Die Amis nennen solche Varianten übrigens TUSK,  Tank Urban Survival Kit.

Die Stadt muß sterben, damit die Kampfpanzer (über)leben können.
Der Tank muß (über)leben , auch wenn die Bürger sterben müssen.

So, oder so ähnlich.

Und dann noch TUSK. Die 6.000 (von 250.000) von der 6. Armee zurückgekehrten würden sich für diese Hommage an die ersten massiven Straßenkämpfe mit schwerem und schwerstem modernen Kreigsgerät bedankt haben.
Nur, diese Generation tritt mehr und mehr ab. Die Generation des Kriegserlebnisses.

Übriggeblieben sind ihre Kinder, die 68er, die sich wunderbar von Umerziehungsoffizieren und anderen Reemigranten jede Friedfertigkeit haben ausmerzen lassen – und die Schüler der 68er in allen Institutionen.

Keiner schreit auf. Kein breites Raunen durch die Gesellschaft und die Warnung, daß modernes Kriegsgerät gerne bei Übungen mit scharfen Schuß auf nahöstlichen und anderen „Truppenübungsplätzen“ ausgiebig getestet wurde und wird.

So eine riesige Anzahl von Kampfpanzern – der Gefechtswert schon eines Batallions ist ungeheuer, aber Hunderte!? – mit dieser besonderen Ausrüstung ist nur und ausschließlich denkbar für entweder massive Okkupationen oder die Niederschlagung von Aufständen im eigenen Land.

Beides beängstigende Szenarien, vor allem wenn man beobachtet, daß Waffenentwicklungen für MOUT in den letzten Jahren massiv zugenommen haben. Von der Mikrowellenkanone bin hin zum … TUSKMOUTPSO.

*Lese (Imperativ!) Orwell 1984

Georg Schramm – wie immer wortgewaltig erschütternd kabarettistisch:

1 Antwort
  1. Sigmund Wehwalt
    Sigmund Wehwalt says:

    Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall.
    Nehmen wir das Beispiel Syrien: Da nisten sich vom Ausland ausgerüstete, im Ausland ausgebildete Insurgenten in den Städten ein und bekämpfen die regulären Einheiten mit modernen (RPG7 / Panzerfaust) und „archaischen“ Panzerbekämpfungsmitteln (Molotow-Cocktail). Da kann man verstehen, daß die militärischen Führer Assads sich auch solche modernen Tanks wünschen würden.
    Bedneklich finde ich diese schiere Menge. Gegen wen soll’s denn damit gehen? Mit 800 Leo’s wären die Saudis ALLEN Ländern im weiten Umkreis weit überlegen. Es sei denn, der Gegner hätte eine überaus starke Luftwaffe mit Tankabwehrmitteln oder es ginge darum, einen langen -u.U. mehrjährigen asymmetrischen Abnutzungskampf zu führen. Alle Szenarien kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

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