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Liebe Ausländer, laßt uns Deutsche mit diesen Globalisten nicht allein.

“Herkunft” ist doch ein schönes Wort. Wer irgendwo herkommt, kann anderswo ankommen. Das Irgendwo ist häufig ein Anderswo, in anderen Fällen aber doch das Hier. Heimat.
Die, deren Herkunft hier ist, brauchen in der Regel nicht ankommen. Sie sind schon da, ihre Identität ward mit unsichtbaren Zeichen in die Wiege geschnitzt. Andere müssen erst ankommen, tragen ein Bündel von Schicksal, Erlebnis, Hoffnungen und Träumen auf den Schultern. Diese sind reich und können bereichern: Mit Kultur, mit Art und Individualität. Je weiter die Arme ausgebreitet sind, desto leichter anzukommen: Als Gast, der weilt oder als Gast, der bleibt. Sicher oder vielleicht. Wer weiß.
Die Vandalen waren nur kurz zu Gast in Rom. Dann zogen sie weiter. Die Deutschen, die Deutschland verließen, weilten nur kurz auf Ellis Island, ehe sie von dem großen Hinterland verschlungen wurden. Zurück gingen viele. Noch mehr aber blieben. So oder so.

Mit weiten Armen den Gast empfangen, daß kann aber nur der, der selber nicht Gast im eigenen Herzen ist. Wer im eigenen Hause ein schweres Bündel zu tragen hat, beladen mit den Sorgen und Ängsten der äußeren oder inneren Beengtheit, wird es schwer haben, aus der Verschränkung sich zu lösen und die Geschenke zu erkennen, die der Ankömmling – sichtbar oder verborgen – bringt.

Vielleicht ist es aber auch die ganz tief im Menschsein (und nicht nur dem) verankerte Vorsicht als Überlebensstrategie, daß das Fremde zunächst befremdlich empfunden und teilweise abgelehnt wird. Wenn dem so war, so hatte es zumindest einmal seine Berechtigung. Ob es diese noch heute hat, können wir wahrscheinlich erst morgen beantworten.
Warum unsere Arme aber nicth immer und vorbehaltlos ausgebreitet sind, wenn Xenia oder Xeno nahen, daß haben Ethologen hinreichend verglichen und hinlänglich erklärt (vgl. bspw. K. Lorenz “Die acht Todsünden der zivilisierten Menscheit” oder I. Eibl-Eibesfeldt “Der vorprogrammierte Mensch”).

So unrichtig es also ist, dem Fremden von vorneherein mit Ablehnung gegenüberzutreten, so richtig ist es gleichzeitig. Wenn Ethik auf Archaik trifft, kommen zuweilen aber Übersprungshandlungen heraus.
Damit sind wir bei denen, die des Menschen Tun und Unterlassen nicht erklären oder verstehen wollen, sondern die zuerst ein Modell aufstellen, wie sie’s denn gerne hätten, und dann alles daran setzen, sich die Umgebungsvariablen so zurechtzubasteln, daß alles – so ganz real und handfest – ins Modell paßt.
Solcherart Gelehrte sind selten weise und so fehlt es ihnen an Toleranz, wie Gleichmut – vor allem aber an Geduld.

Nun könnten die Dinge einfach ihren Gang gehen: Die Einen breiten die Arme aus, die Anderen nicht. Die Einen arbeiten ungeduldig-fahrig an der Umsetzung ihrer Ideologien, die Anderen meinen, jeder soll nach seiner Facon selig werden.
Aber warum einfach, wenn’s auch schwer geht? Nun, immerhin geht es um Menschen. Und selbst der Xenophobe hat ein Herz. Denn auch des Menschen Herz hat seine althergebrachte Programmierung. Das Fremde verheißt Bedrohung und Befruchtung zugleich. Oder abwechselnd. Und in diesem Wechselbad der Gefühle ruft sich auch noch zu allem Überfluß das Gewissen aus irgendwelchen Tiefen hervor: Spätestens wenn da wer in Not ist, kommt Mitleid auf und der zuvor noch Fremde wird zum gleichsam Schutzbefohlenen. Der Befehl kommt umso (ein-)schneidender, je mehr er aus eigener Stimme spricht. Der Befehl kommt umso unangehm dissonanter, je mehr er mit dem erhobenem Zeigefinger des Ideologen dahersalbabert sich offenbart.

Und an Offenbarung fehlt es selten, wenn Ideologen in Hirn und Herzen wollen. Nur offenbart sich ein eigentliches Wollen nicht immer mit der Verkündung, sondern den Früchten der Umsetzung ihrer Vorstellungen.
Werden wir konkret:
Europa sieht sich einem zunehmenden Ansturm bedrängter Menschen aus der ganzen Welt gegenüber. Was löste das (wiedereinmal) aus?

  • Krieg, Verheerung, Zerstörung
  • Krisen durch Umweltkatastrophen (menschengemacht – Stichwort z.B. Monokultur – oder weil’s der Natur gefiel)
  • Krisen durch ‘erzwungene Wanderungen’
  • Krisen durch Ausbeutung und offensive Protektion

Europa, insbesondere die EU als Teil der westlichen Welt, hat sicherlich ein gerüttelt Maß an Verandwortung hierfür. Einmal, weil die Postkolonialisten verbrannte Erde in den Köpfen und Ländern ihrer Eroberungsgelüste hinterließen.
Aber, so schön eine europäische Nabelschau auch sein mag, es ist kein originär europäisches Flüchtlingsproblem. Mitnichten: Nachbarländer der besonders fokussierten Regionen der sendungsbewußten, westlichen Welt, zeigen sich viel weitherziger und aufnahmebereiter – in Zahl und Art -, als das aufgekärt-humanistische Europa. Vielleicht ist der Weg von erhobenen (hands up!) zu ausgebreiteten Armen einfach kürzer, als aus der Verschränkung.
Vielleicht ist es eine Frage von Mentalitäten und Sozialisationen. Vielleicht ist es aber auch einfach zu eng bei uns und deswegen sind wir xenophob. Konrad Lorenz zumindest hat es so gesehen. Wohl mit dem vollen Recht der ideologiefreien Wissenschaft. Es ist zumindest ein Treppenwitz der Geschichte, wenn die Völker ohne Raum für ihr Seelenheil nach Lebensraum strebten, diesen aber nun so verheerten und verstörten, daß die, deren Raum sie beanspruchten, nun bei diesen Zuhause nach dem Rechten sehen.

Nun, auch nach der “Befreiung” der anderen Welt ist man bemüht, das, warum man sie besetzte, nicht aus dem Fokus und den gierigen Klauen zu lassen: Den Reichtum anderer Hände Arbeit und dessen, was sie aus dem Schoß oder der Krume der Erde gewinnen können.

Es ist dieses Denken aus immer derselben Ecke: Ob es nun die Ideologen sind, die des Menschen Geist und Denken als Eigen und mithin Verfügungsmasse ansehen oder diejenigen, die meinen, es reicht, sich möglichst viel Kapital (schaffend oder raffend ist, wenn in derer Hände, völlig schnuppe) unter den Nagel reißen und schon hat man das gute Recht, alle, denen die Gnade zuteil wird, das Kapital zu berühren, nach Gusto zu disponieren undzu  distribuieren.
Als Wanderarbeiter. Als Flüchtling. Als Vertriebener oder – zu staub verbrannt – als Kollateralschaden in den vielen, erklecklich-profitablen Brandherden.
Es ist globalistisches Denken, immer alles aus der Totalen ansehend, mit Rundumschlägen ganzheitlich bestrebt, die Welt so zu machen, wie sie gefällt. Jenen. Und das reicht. Alles Andere ist Beiwerk.

Auch ich bin Deutscher. Überall.

Man kann mit seiner Identität hadern. Manchmal. Man muß es nicht. Ein  genügsames oder friedliches Gemüt kann seinen Frieden mit sich und seinen Leuten gemacht haben. Oder ein schlichtes Gemüt. Ein schlichtendes?
Es hadert sich leicht mit der Deutschen Identität. Denn die unsichtbaren Runen in der Wiege, daß Bündel an Herkunft, Sozialisierung und Schicksal, die Träume und der Alpdruck, der auf dem kollektiven Gewissen lastet, wie auf dem individuellen, machen einen positiven Bezug, ein positives Bekenntis verdächtig. Zumindest bei den üblichen Verdächtigen, denen es eine Lust ist, in Seelen, wie in offenen Wunden zu wühlen.
Wer labt sich schon freiwillig aus einem vergifteten Brunnen, gesellt sich zu veruteilten Vebrechern – ungeboren, geboren oder gestorben. Es ist ein Masochist, Verharmloser oder Rechtfertiger. Oder alles zusammen. Man schließt eben von sich auf andere, wenn man nur global und nicht differenziert zu denken lernen mußte oder wollte.

Eine besondere Spezies sind die, die sich selbst lossagten, sich mit großen Worten vom Bett des Kranken stahlen und nun, aus den daraus resultierenden Verformungen ihres Denkens und Charakters, alle konsequente Aggression gegen die lenken, die noch bei der Fahne blieben oder zu ihr zurückkehrten. Diese schimpfen nun in lieblichster Weise auf die ehemaligen Landsleute. Typisch deutsch sei das. Genetisch verbrecherisch. Ewiglich oder bis ins vierte Glied. Wenn’s sein muß auch länger.

Auch Du mein Freund, bedenke heiter, bist ein Deutscher und nichts weiter.

Ja, man hadert mit seiner Identität. Und das ist gut so. Gehöre ich wirklich zu denen, die so vereinfacht-global denken müssen, daß alles gegen sie ist, was nicht für sie ist? Die so global sind, daß sie ihre Herkunft leugnen und sich denen anschließen, denen Originärität ein Graus, weil Hemmnis für die zusammengebastelte Ideologie des Globalismus ist?
Ja, man hadert mit seiner Härte, die so kalt gleichgültig sein kann gegenüber dem fremden Schicksal, weil man auch das eigene nicht akzeptiert. Wir haben Deutsche Angst vor uns selbst. Ist es vielleicht auch die Angst, daß der Fremde uns einen Spiegel vorhält?

Schlagen wir doch einfach 2 Fliegen mit einer Klappe. Mindestens: Seien wir xenophob gegenüber jenen, deren Ideologie naturfremd ist, weil sie alles monokausal und globalisierend vereinfachen. Denn das Gegenteil von global ist plural, vielgestaltig und vielschichtig. In der Pluralität liegt unser Heil.

Freuen wir uns auf Fremdes. Denn Fremdheit bedeutet Wesenheit, Identität und Unterschied. In diesem Dreiklang liegt alle Gegenkraft gegen die Ideologien der Nivellierung und Gleichmachung.
Der Fremde ist unser Verbündeter, mit seiner Kultur, seinem Glauben, seiner Artung. Auch, weil er uns aus der Lethargie der Despression reißen kann, im Erweckungskuß aus unruhigem Schlaf.

Und wenn die grauen Nebel erst durchdrungen sind, dann schaut es sich schon viel zuversichtlicher auf die Welt.
Nicht mehr umnebelt von den Gespinnsten der einseitig Interessierten werden wir feststellen, daß der drohenden Einebnung aller Unterschiede nur begegnet werden kann, wenn dir unsere Arme ausbreiten: Schwertarm für die Globalisten, Schildarm für die Unterschiedenen.

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