„Goya War2“ von Francisco de Goya - Web Gallery of Art: Image Info about artwork. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Goya_War2.jpg#/media/File:Goya_War2.jpg

„Russians to the front!“ Kann Krieg eine Lösung sein?

Man muß kein Pazifist sein, um den Krieg zu verachten.
Von dem „why?“, dem „Warum?“ bleibt doch nur das große Fragezeichen stehen, das seinen Rücken, wie im Dunst versammelter Seelen, gen‘ Himmel krümmt.
Schon die Vorbereitung zum Krieg, das Rüsten und Testen der Systeme, zeigt, wie sehr dieses unselige Handwerk abstumpft.  Ist die Technik gehorsam? Funktioniert der Mensch in ihr? Läßt sich das Getriebe reibungsloser machen, wenn Hemmnisse (z.B. der Tötung) abgebaut werden?

Während sich die Nichtkombattanten um das Quäntchen Sparpotential ihrer Autos sorgen, wird bei der Entwicklung, Produktion, den Tests und dem Üben mit moderner Waffentechnik soviel an endlicher Energie verbraucht, wie Jahrzehnte modernen Motormanagements nicht sparen könnte. Wen kümmert’s?
Wenn wir Bilder eines „Mother-of-all-Bombs“ oder „Daisycutter“ -Tests sehen, denken wir daran, daß dort gerade Hundertausende Mäuschen, Maulwürfe, Murmeltiere und anderes Kleinvieh verbrennt, in einer kurzen Sekunde des nichtverstehenden Schrecks? Nein, denn für die Tests der Atomwaffen, wurden nicht nur diese Kolateralschäden in Kauf genommen. Nein, Zehntausende Hunde, Schafe, Esel, Geflügel mußten als Testobjekt, im Koral oder Käfig, Blitz- und Druckwelle erleben. Hingesteckt von Menschen.
Man siehe sich die Menschen an, die diese Waffen ersinnen. Lieben sie die Kreatur so sehr, wie sich selbst. Oder ist es umgekehrt? Ihr Selbsthaß lenkt sich mit Hilfe von Erlesenheitsdünkel und wahnwitziger Anschauung der Welt auf alle Kreaturen. Auch die Anderen Menschen.
Und dann sitzen diese Typen in den Thinktanks, in den Ingenieursbüros und Laboratorien, und denken sich aus, wie moderne Kriege geführt werden können. Ihre Brüder im Bunde oder im Geiste (oder was auch immer das ist) sitzen derweil in Heuschreckenorganisationen, kaufen und protegieren eine Computerspieleindustrie, deren Kriegsspiele doch bitte die Seelen der Menschen abstumpfen lassen möge, daß diese vulkangottverfluchte Tötungshemmung abgebaut werde. Die Kriegsministerien mischen hier kräftig mit und fördern gleichermaßen diese Spielchen. Militärisch-finanzindustrieller Komplex. Die gleichen (und selben) Heuschrecken kaufen auch die Medien, damit die Kriegsausgaben ihrer Schmierenblätter und Hetzsender immer in bellendem Ton Sinn und Notwendigkeit des Krieges propagieren.

Die Gleichen und Selben sind es auch, die den asymmetrischen Kriegsgegner schaffen und liquidieren. Liquidieren in diesem Doppelsinn von finanzieren und vernichten. Wie alle Waffen sind auch die IS-Banden erst geschaffen worden, um im Einsatz ihre Vernichtung zu finden.

Als Deutscher kennt man es, auf der falschen Seite gestanden zu haben. Mit seinen Söhnen, Brüdern, Vätern und Männern. Und als ganzes Volk. Man stand freudig oder gezwungen – oder einfach treu zu Fahne und Land.
Das Erwachen kam, als rechts und links die ersten fielen. Sie blieben für immer liegen oder standen nur in Teilen auf. Und wenn es nur der Teil der Seele war, der da in Matsch, Staub und Blut gestoßen worden war – der Teil, der vertrauend und vorbehaltlos liebend den Menschen erhalten soll.
Das Erwachen kam, als unter dem eigenen Schuß da drüben einer umfiel, bestenfalls für immer still war, aber oft stundenlang nach seiner Mutter rief.
Aber zum Erwachen war es zu spät. Der Orlog mahlte und wühlte sich durch die Länder und Seelen, stampfte Völker in den Schlamm oder blies große Teile ihres Seins in den Himmel.
Am Ende hatten Menschen aus allen Ländern sich gegenseitig gemordet. Eigene Leute. bekannte Leute, völlig fremde. Frauen, Kinder, Greise und andere Jungen und Männer, deren Not und Pflicht es war, in einer Uniform zu stecken und Waffen zu tragen.

Als wir Deutschen am Ende erkannten, so oder so, auf der falschen Seite gestanden zu haben, haben viele nichtdeutsche Kriegsgegner Deutsche getötet. Und viele Deutsche Kriegsgegner,
Die Unschuld hat keiner verloren, denn die Schuld tragen die, die den Krieg erst zu einem notwendigen – die Not der Einen wendend und zur Not des Anderen machend, und doch allen die Not bringend – Mittel machten.
Die Voraussetzungen schaffend, die Mittel produzierend und zu liquidieren.

Jetzt sterben wieder Seelen, in einem auferzwungenen Krieg. Der IS ist eine Kreatur der „Clash“-Origiastiker, die so unzivilisiert sind, daß sie andere Zivilisationen nicht achten können, sondern ihnen nur den Abort ihrer ganzen Schaffenskraft (viel mehr ist da aber ohnehin nicht), globalisierten Konsum und restlose Verdummung, zubilligen. Wenn ihre erklärten Gegner, diese widerspenstigen Menschen und Völker, weiterhin (Rück-)Bindung, Herkunft, Art und wesenhafte Selbstständigkeit zeigen und erhalten wollen, dann werden alle Mittel bereitgestellt, diesen Feind zu stärken, um ihn umso nachhaltiger und wahnwitziger zu vernichten.

Der IS ist eine Kreatur der imperialen Kriege der westlichen Unwertegmeinschaft an und im Umfeld ihrer Tankstellen. Und, es sind Kriege gegen eine Gegenwelt, des Islam. Und diese Gegenwelt ist nötig, damit die eigene Welt, die sonst nichts Echtes hat, als eben dieses „Gegen“, etwas sie selbst Begründendes hat.

Seit Jahrzehnten betreiben die Imperialisten Projektmanagement. Ihr neues, amerikanisches Jahrhundert ist weder neu, noch amerikanisch. Ihrer Morden ist agonisch-morbid und global. Es ist alt, dieses Testament, ständig neu geschrieben, wie es verwirrte Greise tun, die sich selbst und ihren Erben nicht trauen können.

Der IS ist eine Kreatur des Projektmanagements der US-Thinktanks, ein Meilenstein auf dem Weg der Weltherrschaft derer, die weder weltlich noch herrlich, sondern eher eine Altherrenriege sonderbarer Sektierer sind.
Der IS dauert mich. Denn er ist eine Bestie, die sich nicht aus sich selbst schuf, sondern Kreatur eines anderen „Beast“ ist, Mich dauern nicht seine Hydraköpfe, die jetzt die Russen – „Russians to the front!“ – abschlagen sollen. Mich dauert, daß es möglich ist, das Verzweifelte so sehr verführt und verrückt werden können, daß zumindest vordergründig keine Wahl bleibt, als die Verrückten zu erschlagen.
Mich dauern die Russen, denen dieses traurige Handwerk aufgezwungen ist. Noch mehr würden sie mich übrigens dauern, wenn sie es aus weniger edlen, positiv soldatischen Beweggründen tun müssen.
Junge Männer sitzen jetzt an Abdrückern und müssen töten.

Aber ist der Krieg wirklich das letzte, weil einzige Mittel, den Krieg des IS gegen die Welt zu beenden?
Denken wir doch auch einmal asymmetrisch und stellen uns vor:
Die Thinktanks werden auf dem Orkus der Weltgeschichte verschrottet, ihre Mitglieder in die Wüste geschickt, DU-verseuchte Munitionsreste einzusammeln, alles Kapital der Hochfinanz weggebucht und die Sendemasten für Funk, Fernsehen und Phones gesprengt. Stellen wir uns also vor, der Isis hat keine Lieferanten für Waffentechnik und keine Finanziers mehr. Wie lange würde es dauern und er löste sich einfach auf?

Wenn die Kreatur ihren Schöpfer verliert, in ihrer Verzweiflung, würde sie sich dann nicht einfach selbst morden?

Das Problem: Die Russen können ihre Jungs nicht gegen Thinktanks und Hedgefonds schicken.
Auch, und vor allem, weil Krieg nie die Lösung sein kann.
Wir Bürger, die Völker und Gesellschaften auf der Erde müssen die Entmachtung des globalistischen Wahns schon selbst betreiben. Gemeinsam. Für sich.

Kriegslied (Matthias Claudius, 1778)
‘s ist Krieg! ‘s ist Krieg!

O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
‘s ist leider Krieg –
und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagenen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
‘s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

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