Bildquelle: RainerSturm / pixelio.de

Verfemung der Mahnwachen: Unterwerfung oder Widerstand?

Tausenden gefror das Blut in den Adern: Jutta von Ditfurth sitzt in der Sendung “Kulturzeit” (3 Sat) und erklärt breit wie pauschal die Teilnehmer an den Montagsmahnwachen für gefährliche Suspekte.
Es folgte das Übliche: Schockstarre.
Doch dann geschah etwas, was ‘man’ vom Bundesbürger nicht gewohnt war. Bislang funktionierte es prächtig: Öffne eine Schublade, zeige mit dräuendem Finger auf die darin liegenden ‘gefährlichen Themen’ und schon gehen die Schultern hoch, der Gang wird unterwürfig gebückt. Erledigt. Die wenigen, die sich dennoch gerade- und gegenhielten, erledigten – waren sie doch ohne Rückhalt – die Sondereinsatzkommandos in der Etappe. Ruhe. Friedhofsruhe.

Doch diesmal nicht: “Trotz alledem!” Es roch nach März. Widerstand. Zusammenhalt. Solidarität. Die Teilnehmer der Mahnwachen, deren weite Herzen sich in Kriegsangst und vor der schwindenden Freiheit krampften, waren sauer. Und sie machten Front, rechte Schulter an linke Schulter, gegen die Anwürfe, die Lügen und Stigmatisierungen. Jetzt geriet der Mainstream in weinerliche Schockstarre. Doch auch er nur für einen kurzen Atemzug. Denn solche Systeme haben mannigfaltig erprobte Angriffs- und Verteidigungswerkzeuge, die aus ganz anderen Schubladen gezaubert werden können. Und Systeme, das ist doch nur verständlich, verteidigen sich mit allen Mitteln – wenn es ihnen an den Kragen geht.

Und es geht ihnen an den Kragen, wenn die Bürger sich nicht mehr verschrecken und gegeneinander hetzen lassen. Und aus derer Schublade wurden nun Werkzeuge gezaubert, wie Kasper aus der Kiste. Man erinnere sich: Aus heiterem Himmel kamen sie. Gütig, herablassend und klar kommunizierend, daß es nur die Barmherzigkeit ihrer ewigen Toleranz ist, die die dazu bringt, mit den Aussätzigen zu sprechen. Und die weiten Herzen der Teilnehmer waren beglückt: denn nach dem eisigen Hauch des Systems, wehte nun ein lauer, exotischer Wind. Frühling? Säuselnd, süßlich wie der Duft der Nachtodfäulnis, kamen dann die “Empfehlungen”, welche Personen und Themen aber nun garnicht lieb seien und das man sich lösen müsse. Die, die linke Schulter an rechte Schulter Front gemacht hatten, hatten in erfrischend-törichter Michelsnaivität… den Rücken unbedeckt gelassen. Und so zog das Unheil in das Haus. Zwietracht, Häme und Streit. Die Bewegung war mit sich selbst beschäftigt.

Und die Kraft, auf deren Fahnen die Integration der Meinungen und Strömungen eine bunte Heraldik bildeten, – diese Kraft wurde systemseitig als Hauptgefahr erkannt und mit schlangenzungenartigem Gesäusel der Sendlinge, garniert mit viel dahergesagtem “Liebe, Toleranz und Weltfrieden” gespickt, versucht zu neutralisieren. Viele fielen darauf hinein.
Aber diese Kraft war und ist die Einzige, die sich vor die bröckelnde Front der linken und rechten Schultern stellte und dem pauschalen Angriff auf diese wunderbare Bewegung wehrte, in dem sie das System der Stigmatisierung anderer Meinungen der Lüge bezichtigte. Und um diesen Angriff aus der Verteidigung ging es am 8.10. in München.

Derweil die einen also in der Bewegung Unfrieden und Unheil stifteten und sich mancheiner der wichtigsten Protagonisten, unter der Last der Verfemung halb erfrorenen, unterwarf, stellt sich Jürgen Elsässer diesem System der Unfreiheit und Lüge.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *