Woher diese Giftigkeit? Weil die Souveränität ein buntes Tuch ist!

Woher diese Giftigkeit? Weil die Souveränität ein buntes Tuch ist!

Der Begriff der Souveränität fand bislang breite Akzeptanz, über die politischen Lager hinweg und hinaus. Selten war er negativ konnotiert, lediglich hinsichtlich des Souveräns gab es – mitunter scharfe – Auseinandersetzungen im Diskurs:

  • Wer ist der Souverän?
  • Wer bestimmt den Souverän?
  • Welche Macht dem Souverän?
  • Welches Vertrauen in den Souverän?

Selbstredend gibt es die, die Souveränität für nichts Erstrebenswertes halten, wenn es über die eigene Souveränität hinausgeht. Das sind die, die gleicher als die Gleichen sind.
Diese sollen uns aber nur insoweit und dort interessieren, wo sie sich in den Diskurs – gut getarnt mit geheuchelt-wohlwollendem Interesse und geschmeichelter Empathie – einmischen.
Denn allem Anschein nach – und bei ihnen ist nuneinmal der Schein mehr als das Sein – mischen sich diese „Sublime“ (die scheinbare Verwandschaft mit „Submarine“ ist keine etymologische) ganz bewußt dort ein und unter, wo die persönliche und gemeinschaftliche Souveränität Merkmal, Forderung und Ideal ist.
Tatsächlich scheint das Zusammenfinden von Menschen mit eigenen Gedanken und Zielen eine magische Anziehungskraft auf solche auszuüben, die meinen, daß sie entweder bessere Gedanken und Ziele haben oder daß es per se „volkspädagogisch unwillkommen“ (Golo Mann) ist, wenn die Leute* sich ihren eigenen Kopf machen.
Denn dann wird es nämlich strukturell krude. So krude (= roh), wie eben die Wurzel im Grunde ist und so strukturell, wie ihr verworrenes (wer algorithmisch denkt wird „verwirrend“ sagen) Wurzelgeflecht.
Was folgt, ist immer dieselbe Leier: Die Axt wird angelegt, die Wurzel vergiftet. Der Organismus, der vormärzhaft knospte, steht nicht in Blüte, sondern verdorrt. Höchstens eine Angstblüte verrät, daß vor der Agonie noch Lebenskraft  bestand.
Nur, warum dieser Wille, der Drang, bunte Gemeinschaften mit einem verworrenen, in scheinbar in viele Richtungen strebendem Geäst zu fällen und schälen? Braucht es mehr Bretter vor die Köpfe?
Vielleicht fing es damit an, daß man den Bock zum Förster machte, weil man meinte, der sorge für Schonung und schütze vor Verbiß.

Der Bock? Ausgerechnet!

Der linientreue, geradlinig vermasste Weltmensch ist wie eine Monokultur: anfällig, pflegebedürftig und arm an Leben. Eigenem Leben und Leben an Wurzel, Stamm, Geäst und Blattwerk. Er bäumt sich nicht auf, steht nicht stämmig.
Was ist erhabener, als ein alter knorriger Baum, um dessen Stamm sich viele Sprößlinge scharen. Was erhebt mehr, als das Rauschen eines Mischwaldes – Lebensraum für vielfältigstes Leben – Ideen, Träume, Gedanken raunend.
Und indem wir souverän ins Deutsche mit erhaben übersetzen wird deutlich, warum lebenskräftige Gemeinschaften den Freunden – weil Nutznießer oder Nihilisten – von Monokulturen ein Dorn in den trüben Augen sind und sie mithin alles madig machen, was bunt lebt. Bunt im Sinne von vielfarbig, nicht mit täuschender Tünche angemalt, in gleichsam künstlicher Regenbogenheraldik.
Was kann der Souverän sein?
Souverän ist das Individuum, das aus der fremd- oder selbstverschuldeten Unmündigkeit befreit ist und diese Freiheit annimmt, verteidigt und für andere fordert (auch wenn sie, wie in Plato Höhlengleichnis zetern und drohen). Denn Souveränität ist erst dann legitim und folglich gegeben, wenn sie die gleichwertige Erhabenheit des anderen bejaht. Wer so unsouverän ist und anderen das unveräußerliche, gleiche Recht nicht einräumt, gar abspricht, ist alles andere als erhaben.

Er ist Sklave seiner eigenen Charakterschwäche und Unterwürfigkeit.

Das freie Individuum indessen wird sich Strukturen anschließen oder solche schaffen, die seine Souveränität schützen und erhalten können, ja bestenfalls sogar ausweiten – zumindest soweit, bis sie an die Schutzgrenzen des Rechtes eines anderen Souveräns stoßen.
Im  besten Falle ist das Individuum in die organischste Schutzgemeinschaft von allen hineingeboren: Die Familie. Die biologische und schicksalhafte Nähe von Familienmitgliedern ist die wohl zweitstärkste, natürliche Gemeinschaft. Ihr vorangestellt ist höchstens noch die Liebe zwischen zwei souveränen Individuen, die so stark ist, daß die beiden Freien sich zur Gründung einer neuen Gemeinschaft, einer kleinen Familie verbinden. (bitte nicht zu verwechseln mit dem dahingeplapperten „Ich hab euch doch alle lieb“ der Lar[ifari]s oder Mielkes dieser Welt)
Doch in einer Welt, in der immer mächtigere Strukturen die Grenzen der Souveränität verletzen, überschreiten, nihilieren, sind Familien und Sippen bei weitem nicht autark genug, widerständig sein zu können. Nicht allein, daß sie der Angriffe gegen die Autonomie des Individuums wehren müssen. Sie selbst sind als Trutzburg gegen die Vermassung der Menschen Ziel der Aggression, denn die Aggressoren (aller Zeiten übrigens) haben längst erkannt, daß die Familie dem Individuum Stabilität und Wehrhaftigkeit gibt.

Mit der Entstehung von Imperien entstanden Nationen.

Völker, deren Angehörige durch die Aggression auf ihre Individualität und Autonomie von außen oder innen unter Druck geraten, entwickeln aus reinem Wehr- und Schutzbedürfnis ein politisches Gemeinschaftsgefühl: Sie werden zu Nationen.
Globalisten, Internationalisten und die Chimäre der Nihilisten – jene verderbliche Troika – erdreisten sich zwar, und das nicht seit gestern, Nationen zu des Aggressoren zu stilisieren (Orwell nannte sowas Doppeldenk). Aber das ist Teil der frechen Lügen, mit denen sie, mit Hilfe ihres jauchigen Mainstreams, Hilfreiches, Schönes und Gutes bedenken.
Die Souveränitätsdebatte ist ohne die Bejahung der Nation eines der wichtigsten Bollwerke gegen die Vermassung und Entrechtung beraubt.
Wenn jetzt jene, die der Nation die Schuld zumessen, die der Imperialismus, Globalismus und wirrer Glaubensdünkel zu tragen hat, auch anheben, gegen die Schutzgemeinschaften der Souveränität – deren Wichtigste eben Familie und Nation sind – agitieren, dann zielt das unmittelbar auf die individuelle Freiheit des Menschen.
In einer Zeit aber, in der globalistische Unternehmungen nach der absoluten Macht greifen, in dem sie den Menschen – in seinen sozialen, wie ökonomischen Interaktionen – zum willfährigen Objekt ihrer Web-Algorithmen und damit ihrer eigenen, ausschließlichen Erhabenheit Untertanen umformen, braucht es der Schutzgemeinschaften mehr denn je.
Wenn Organismen von ihnen befallen sind und sich nicht mehr wehren können oder wollen, sollte man diesen eine Träne nachweinen, nachher aber umso mehr die Reihen schließen gegenüber den Vergiftern des Diskures, den (Auf)Hetzern gegen Andersdenkende und den Einschmeichlern, mit geschultem Plappermaul. Sie klopfen bestimmt bald an die eigene Tür.

R.I.P.

  • Piratenpartei
  • Blockupy
  • Mahnwachen(?)
  • etc.

*ahd. Liut = Volk, entspr. lat. populus aber auch Mensch/homines;
Jürgen Elsässer: Meine Zielgruppe ist – das Volk! (= Leute) ; Ken Jebsen: Meine Zielgruppe bleibt … der Mensch (= Leute)

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *