Turm um uns….

Turm um uns sich türmt, Tod dem der dich schuf!
Helden hält dein Tor, Helden kampfgewohnt

Wiehernde Pferde stampfen die Erde,
warten auf Reiter, warten auf Sieg
Wiehernde Pferde stampfen die Erde
warten auf Reiter, warten auf Sieg

Turm um uns sich türmt, Turm mit Eisentor!
Besser wäre Glas, helles, klares Glas

Turm du wirst gesprengt, für die Flucht gesprengt!
Flucht zum großen Wald, der uns alle birgt.

(aus der dj.1.11, Verfasser & Komponist sind unbekannt)

Zu den Erlebnissen, die mein politisches Denken früh und maßgeblich prägten, gehört Ende der achziger Jahre eine persönliche Erzählung.
Der hochbetagte Herr war Geuse (Jugendbund) und schilderte seine Erlebnisse und Empfindungen, als das letzte Zeltlager der Geusen von dem zweiten großen Orlog stattgefunden hatte.
Maßgebliche Bünde der Bündischen Jugend hatten sich zusammengeschlossen – ahnend,was da kommen würde: Dieser Großdeutsche Bund sollte den sich in aller Plastizität abzeichnenden Verboten der Jugendbünde und Überleitung in die Staatsjugend entgegenstellen. Man hoffte durch Größe und Zusammenhalt dem Einhalt gebieten zu können.

Das Große Lager wurde zwangsaufgelöst, die Bünde als liquidiert erklärt. Der alte Herr erzählte, wie die Tausenden junger Menschen aus den verschiedenen Bünden zusammentraten, die Verkündung des Verbotes durch von Schirach anzuhören.
Danach löste sich der Pulk auf und schweigend sammelten sich die Kameraden bei die gruppierten Zelten ihrer jeweiligen Bünde und verbrannten in aller Stille ihre geliebten Fahnen und Wimpel….

Was folgte? Die Bünde waren verboten. Ein Teil der jungen Männer und Frauen versuchten in der HJ den bündischen Geist herüber zu retten. Andere gingen in den Untergrund und Widerstand. Wiederum andere emigrierten. Von diesen Jungmännern lebten in jedem Falle 12 Jahre später weit über die Hälfte nicht mehr. Sie stellten diejenigen Jahrgänge, die im großen Morden des Weltkrieges den fürchterlichsten Aderlaß brachten.

Aufmarsch unter Schwarzer Fahne während des Zeltlagers des Großdeutschen Bundes in Munster (Munsterlager), Juni 1933. Vom 4./5.Juni 1933 fand auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide das einzige Bundeslager des Großdeutschen Bundes statt. Das Lager wurde vorzeitig zwangsaufgelöst, der Bund am 17.Juni 1933 durch Baldur von Schirach verboten. Der Großdeutsche Bund hatte sich im März 1933 aus verschiedenen bündischen Gruppierungen (u.a. Deutscher Pfadfinderbund, Deutsche Freischar, Freischar junger Nation und Geusen) gebildet, um die Eigenständigkeit gegenüber der Hitlerjugend zu bewahren.