Verachtet mir die Meister nicht!

Mir fließen immer wieder die Tränen, so schön, so schön, ach wie schön ist das…

Richard Wagner, Meistersänger von Nürnberg (‘Finale’, 3. Akt – 5. Aufzug)

Leipzig Gewandhaus Orchestra. | 1988 im Fernsehen der DDR

Dirigiert von Kurt Masur | Hans Sachs gesungen von Theo Adam

SACHS:

Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst!

Was ihnen hoch zum Lobe spricht, fiel reichlich Euch zur Gunst!

Nicht Euren Ahnen, noch so wert, nicht Eurem Wappen, Speer noch Schwert,

daß Ihr ein Dichter seid, ein Meister Euch gefreit,

dem dankt Ihr heut Eu´r höchstes Glück. Drum denkt mit Dank Ihr dran zurück.

wie kann die Kunst wohl unwert sein, die solche Preise schließet ein?

Daß unsre Meister sie gepflegt,

grad recht nach ihrer Art, nach ihrem Sinne treu gehegt

das hat sie echt bewahrt. Blieb sie nicht adlig wie zur Zeit,

wo Höf und Fürsten sie geweiht,

im Drang der schlimmen Jahr´ blieb sie doch deutsch und wahr;

und wär sie anders nicht geglückt, als wie, wo alles drängt und drückt,

Ihr seht, wie hoch sie blieb in Ehr! Was wollt Ihr von den Meistern mehr?

Habt acht! Uns dräuen üble Streich´ Zerfällt erst deutsches Volk und Reich,

in falscher welscher Majestät kein Fürst bald mehr sein Volk versteht;

und welschem Dunst mit welschem Tand sie pflanzen uns in deutsches Land.

Was deutsch und echt, wüßt keiner mehr lebt´s nicht in deutscher Meister Ehr´.

Drum sag ich Euch: ehrt Eure deutschen Meister

dann bannt Ihr gute Geister! Und gebt Ihr ihrem Wirken Gunst,

zerging in Dunstm das heil´ge Röm´sche Reich,

uns bliebe gleich

die heil´ge deutsche Kunst!

VOLK:

Ehrt eure deutschen Meister,

dann bannt ihr gute Geister;

und gebt ihr ihrem Wirken Gunst,

zerging’ in Dunst

das heil’ge röm’sche Reich,

uns bliebe gleich

die heil’ge deutsche Kunst!

 

Heil! Sachs!

Nürnbergs teurem Sachs!